Was ist eine Genossenschaftswohnung, und wie funktioniert eine Genossenschaft?
Kurz gesagt: Eine Genossenschaftswohnung gehört einer Wohnbaugenossenschaft, und die gehört ihren Mitgliedern. Sie baut und vermietet Wohnungen ohne Gewinn: Bezahlt wird die Kostenmiete, die nur die tatsächlichen Kosten der Liegenschaft deckt (Schuldzinsen, Unterhalt, Verwaltung, Rückstellungen). Wer einzieht, wird mit einem Anteilschein Mitglied und kann in der Genossenschaft mitbestimmen.
In Zahlen
Aus 277 Genossenschaften (Anteil Stadt Zürich: Stadt Zürich, Statistik 2022) · Stand: 09.10.2026 · live aus der Datenbank des Wohnmaulwurfs
Ein Stück Geschichte
Die ersten Wohnbaugenossenschaften der Schweiz entstanden im Zug der Industrialisierung, als Antwort auf die schlechten Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft in den grossen Städten ab etwa 1860, verstärkt ab 1890. Als erste offiziell gegründete Institution dieser Art gilt die Basler Wohngenossenschaft vom 4. April 1900. In Zürich reichen die Anfänge noch weiter zurück: 1893 kaufte eine frühe Genossenschaft das Grundstück an der Sonneggstrasse für eine erste Siedlung. Ab 1910 kam mit den vom Bund unterstützten Eisenbahnergenossenschaften eine breite Bewegung in Gang, die bis heute anhält.
Was eine Genossenschaft rechtlich ist
Eine Wohnbaugenossenschaft ist ein Verein von Mitgliedern (rechtlich geregelt in Art. 828 ff. des Obligationenrechts), die gemeinsam Wohnraum bauen, besitzen und verwalten — nicht um damit Gewinn zu erzielen, sondern um sich selbst und anderen Mitgliedern günstigen Wohnraum zu sichern. Dieses Modell wird oft als "dritter Weg" zwischen Miete und Eigentum bezeichnet: Mitglieder sind über ihre Anteilscheine kollektiv Miteigentümer der Liegenschaften, wohnen aber zur Kostenmiete wie Mieter:innen.
Drei Prinzipien, die alle gemeinnützigen Genossenschaften teilen
Kostenmiete statt Marktmiete — die Miete deckt nur die tatsächlichen Kosten, nicht was der Markt hergäbe. Non-Profit-Zweck — statutarisch verankert, keine Gewinnausschüttung an Investor:innen. Mitbestimmung — Mitglieder wählen an der Generalversammlung den Vorstand und entscheiden über wichtige Fragen mit.
Heute: eine der höchsten Genossenschaftsdichten weltweit
2022 gab es allein in der Stadt Zürich 41'352 Genossenschaftswohnungen — 18,1 % des gesamten städtischen Wohnungsbestands (Stadt Zürich, Statistik). Das ist Ergebnis von über 125 Jahren kontinuierlichem genossenschaftlichem Wohnungsbau.
Wie Wohnmaulwurf hilft
Auf der Seite Genossenschaften siehst Du alle 277 Genossenschaften im Grossraum Zürich, die ich laufend beobachte.
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